Peer Counseling

Beratung auf Augenhöhe durch Menschen mit eigener Genesungserfahrung

Peer Counseling ist ein Beratung­sangebot für Menschen mit psychischer Erkrankung, das auf dem Austausch mit speziell qualifi­zierten Peers basiert. Peers sind Menschen mit eigener Krisen- und Genesungs­erfahrung, die ihr Erfahrungs­wissen professi­onell weitergeben. Ziel ist es, neue Perspektiven zu eröffnen und Menschen auf ihrem indivi­duellen Genesungsweg auf Augenhöhe zu begleiten.

Das Projekt ist eines Initiative unseres Sozial­­psycha­t­rischen Zentrums (SPZ) in Wermels­­kirchen, das Angebote für Menschen mit psychischen Beein­trächti­gungen bündelt. Die Finanzierung erfolgt im Rahmen der Sozial­gesetz­gebung in Kooperation mit dem Land­schafts­verband Rheinland (LVR).

Für wen sind wir da?

Peer Counseling richtet sich an Menschen mit psychischer Erkrankung, die sich Austausch, Orientierung oder Unter­stützung wünschen. Angesprochen sind Personen, die sich in belastenden Lebensphasen befinden und neue Perspektiven für den Umgang mit ihren persönlichen Ein­schränkungen entwickeln möchten. Das Angebot eignet sich sowohl für Menschen in akuten Belastungs­situationen als auch für diejenigen, die ihren bisherigen Weg reflektieren und weiter­entwickeln wollen.

Was wir erreichen wollen:

Ziel des Peer Counselings ist es, Menschen durch gelebte Erfahrung Mut zu machen und Hoffnung zu stärken. Der Austausch mit jemandem, der selbst Krisen erlebt und Wege der Genesung gefunden hat, kann helfen, die eigene Situation neu zu betrachten und Handlungs­spielräume zu erweitern. Peer Counseling eröffnet wertvolle Reflexionen eingefah­rener Denkprozesse und fördert im gemeinsamen Gespräch Selbst­vertrauen, Eigen­verant­wortung und die aktive Aus­einander­setzung mit der eigenen Lebens­situation.

Wo können wir helfen?

Peer Counseling – zu deutsch etwa »Beratung durch Gleich­gestellte« hat seinen Ursprung in der Selbsthilfe-Bewegung und basiert auf der Überzeugung, dass Menschen mit eigener Krisen- und Genesungs­er­fahrung andere wirksam unterstützen können. Statt der konven­tionellen Sicht eines Arztes auf einen Patienten sieht Peer Counseling eigene Krisen- und Genesungs­erfahrung nicht als Makel, sondern als Ressource, die anderen helfen kann. Inbesondere bei:

  • der Reflexion persönlicher Erfahrungen und Belastungen
  • der Suche nach neuen Perspektiven und Bewältigungs­strategien
  • Fragen zu Genesung, Stabilisierung und Selbst­fürsorge
  • der Stärkung von Hoffnung, Motivation und Selbst­vertrauen

Durch den Austausch mit Peers entsteht ein Raum, in dem Erfahrungen geteilt, verstanden und eingeordnet werden können – respektvoll, gleichwertig und ohne Bewertung.

Wie arbeiten wir?

Die Beratung basiert auf dem Prinzip »Vom Ich-Wissen zum Wir-Wissen«. Das bedeutet, dass persönliche Erfahrungs­werte aus eigener Krankheits- und Gene­sungs­geschichte professi­onell reflektiert und weiter­gegeben werden. Die Beratung erfolgt durch EX-IN-Genesungs­begleiter*innen. EX-IN steht für Experienced Involvement – die Beteiligung von Menschen mit eigener psychischer Krisen- und Genesungs­erfahrung, die eine anerkannte Qualifi­zierung absolviert haben und ihr persönliches Erfahrungs­wissen professi­onell in die Beratung einbringen. Sie verbinden eigene Erlebnisse mit fachlichem Wissen und unterstützen andere Menschen auf ihrem individu­el­len Genesungsweg.

Zentrale Grundsätze der Arbeit sind:

  • Beratung auf gleicher Ebene
  • Empathie und gegenseitiger Respekt
  • Freiwilligkeit und Vertraulichkeit
  • Orientierung an den individu­ellen Anliegen der Ratsuchenden

Im regelmäßigen Gespräch wird der Fokus von den Defiziten auf die Potenziale gelenkt, um daraus Selbst­bestimmung und Eigen­ver­antwortung zu mobilisieren.

Organisatorisches

Peer Counseling ist ein ergänzendes Angebot für Menschen mit nach­gewiesenen psychi­schen Ein­schränkungen und findet in unserem Sozial­­psycha­trischen Zentrum statt:

Dabringhauser Str. 26,
42929 Wermelskirchen.

Die Teilnahme ist gebührenfrei, bitte vereinbaren Sie ein erstes Einzel­gespräch; im Anschluss können wir gerne weitere Folgetermine vereinbaren.

Die Beteiligten vereinbaren Vertraulich­keit. Unsere Mitarbeiter*innen unterliegen der Schweige­pflicht; ausgenommen sind Angaben gegenüber den behandelnden Fachärzt*innen und der Krankenkasse.

Ihr Kontakt:

Mehr aus diesem Fachbereich

Weitere Angebote aus dem Fachbereich Sozialpsychatrische, medizinische und pflegerische Angebote:

Burscheid, Leichlingen, Wermelskirchen

Kompass

Arbeit und Soziale Teilhabe

Wermelskirchen

Bogenprojekt

für Menschen mit und ohne Handicaps

Wermelskirchen

Trialog

Menschen mit psychischer Erkrankung, Angehörige und Gesundheits­experten im 3er-Gespräch